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Empfehlenswerte Bücher aus Theorie und Praxis
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| Zur Theorie der Praxis - praxisorientierte Bücher mit systemtheoretischen Hintergrund | |
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Jan Volker Wirth: Helfen in der Moderne und
Postmoderne. Fragmente einer Topographie des Helfens (Mit einem Vorwort
von Heiko Kleve), 154 Seiten, Kt, 2005, € 19.95 / sFr 35.00, ISBN
978-3-89670-349-1 Die Rede vom Helfen ist zentral in Theorie und Praxis helfender Professionen. Hier andockend fragt dieses Buch: Was bedeutet Helfen eigentlich? Und wie kann in einer heterogenen, pluralisierenden und ambivalenten, also postmodernen Gesellschaft effizienter geholfen werden? Auf der Distanzierung von einem Uneindeutigkeiten und Widersprüchlichkeiten tabuisierenden Denken in Verbindung mit einer Dekonstruktion des Hilfebegriffs gründet eine neue Auffassung vom Helfen. Dadurch werden professionellen Helfern zugleich innovative, vielleicht effektivere Handlungsoptionen angeboten. Das Ergebnis ist frappierend, zumindest ernüchternd: Helfen kann das nicht leisten, was es beabsichtigt. Was aber? Eben etwas anderes. Durch den Abstraktionsgrad der Studie wird der Leser zu einem kreativ-initiierenden und eigenverantwortlichen Umgang mit den hier entstehenden Deutungsräumen einer zukünftigen Theorie postmodernen Helfens eingeladen. |
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Fritz B. Simon: Gemeinsam sind wir blöd!?
Die Intelligenz von Unternehmen, Managern und Märkten. 333 Seiten, 35
Abb., Gb, 2004, € 34.90 / sFr 60.00, ISBN
978-3-89670-436-8 Alle reden von lernenden Organisationen und Wissensmanagement, doch in Wirklichkeit geht es um Intelligenz - nicht nur die von Managern, sondern auch und gerade die von Unternehmen und von Märkten. Die Struktur der Kommunikation entscheidet, ob ein soziales System intelligenter ist als seine einzelnen Mitglieder oder "blöder". Wer ein Unternehmen, eine Abteilung oder ein Team leiten will, muss die Mechanismen kennen, die zu intelligenteren oder weniger intelligenten Entscheidungen führen. Fritz B. Simon, Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke und einer der Vordenker und Pioniere der systemischen Beratung und des systemischen Managements, geht von diesen beiden Grundvoraussetzungen aus, wenn er an Fallbeispielen von Hewlett-Packard über Yahoo bis zu Jack Welch und der Erfolgsstory von Vileda das Zusammenspiel von Unternehmen, Managern und Märkten im Hinblick auf deren jeweilige Intelligenz untersucht. Der Autor lenkt den Blick dabei auf neue Fragen, u. a.: - Worauf muss der Manager seine Aufmerksamkeit und die des Unternehmens fokussieren? - Wie lassen sich nicht kontrollierbare Systeme (Unternehmen) steuern? - Was ist der Sinn des Unternehmens? - Welches sind die Gesetze der Kreativität des Unternehmens? - Warum sind Märkte in ihrer Intelligenz beschränkt? An Themen wie Unternehmensgründung, Produktentwicklung, Changemanagement, Ich-AG, Großgruppeninterventionen sowie der Dynamik depressiver und überhitzter Märkte zeigt Simon, wie sich die vorhandene Intelligenz von Organisationen im Blick auf die Entscheidungsfindung nutzen und steigern lässt. |
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Thomas Harmsen: Die Konstruktion
professioneller Identität in der Sozialen Arbeit. Theoretische Grundlagen
und empirische Befunde. 389 Seiten, Kt, 2004, € 29.95 / sFr 52.00, ISBN
978-3-89670-334-7 Der Autor widmet sich als langjähriger Praktiker und Theoretiker der Sozialen Arbeit dem Dauerthema "professionelle Identität". Er vermeidet es, eine erneute Gegenstandsbestimmung zu versuchen, sondern entwickelt einen erkenntnistheoretischen Bezugsrahmen, der aufzeigt, wie professionelle Identität konstruiert wird. Hierbei rekurriert er auf konstruktivistische Theorien. Im zweiten Teil werden die theoretischen Überlegungen empirisch nachgezeichnet. Die methodische Grundlage bildet dabei die "Grounded Theory", die es ermöglicht, eine gegenstandsbezogene Theorie professioneller Identität zu entwickeln. Anhand unterschiedlicher Datenquellen gelingender professioneller Identität (Interviews, Beobachtungsprotokolle von Tagungen und Konferenzen, Internet, Fachartikel etc.) entwickelt Harmsen ein Modell, dessen Rahmen vier zentrale Kategorien bilden: Subjektivität, Handlungsorientierung, Reflexivität, Flexibilität. Handlungsorientierung hat dabei die stärkste Gewichtung. Das Fazit des Autors: Professionelle Identität muss ein Berufsleben lang immer wieder neu reflektiert und konstruiert werden. Sie ist nie abgeschlossen und eindeutig. |
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Ronny Lindner: unbestimmt bestimmt. Soziale
Beratung als Praxis des Nichtwissens (Mit einem Vorwort von Heiko
Kleve), 160 Seiten, Kt, 2004, € 19.90 / sFr 35.00, ISBN
978-3-89670-329-3 Indem die Soziale Arbeit ihre Praktiken unter konstruktivistisch-systemtheoretischen Prämissen neu reflektierte, taumelte sie in eine Ambivalenz: Einerseits ermöglichen ihr diese Reflexionen die Erklärung der Erfahrungen des Scheiterns, der Unvorhersehbarkeit, der Unkontrollierbarkeit und gestatten eine Herleitung darauf bezogener Handlungsmöglichkeiten. Andererseits scheinen gerade derartige Reflexionen und entsprechend inspirierte Praktiken die Soziale Arbeit in Legitimationsschwierigkeiten zu bringen, da sie planbare Interventionen für nahezu unmöglich erklären. Dieses Buch respektiert diese Ambivalenz und zelebriert sie geradezu, um aufzuzeigen, dass es erst jenes Ausgehen vom Unwahrscheinlichen und Nicht-Planbaren ist, das Wahrscheinlichkeit und Planbarkeit hervorbringt: Im Voraussetzen der Unmöglichkeit generiert die Möglichkeit. Der Autor schlägt vor, das systemische Beratungskonzept zu akzeptieren und im selben Atemzug einen Schritt hinter es zu treten, um das angesprochene Dilemma offensiv anzugehen und es in einer für die Praxis und die Wissenschaft der Sozialen Arbeit gewinnbringenden Weise zu überwinden. Denn nur so kann den Anforderungen an die Soziale Arbeit eigenverantwortlich, effektiv, selbstbewusst und vor allem professionell entsprochen werden. |
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| Zur Praxis der Theorie - systemtheoretische Grundlagenliteratur | |
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Peter Fuchs: Das Gehirn ist genauso doof
wie die Milz. Im Gespräch mit Markus Heidingsfelder. 2005. Weilerswist.
ca 160 Seiten, broschiert, EUR (D) 20,00 / sFr 36,20, ISBN 3-934730-05-1 (www.velbrueck-wissenschaft.de) Dieses Buch ist – oberflächlich gesehen – die Niederschrift einer Reihe von Interviews, die Markus Heidingsfelder mit dem Systemtheoretiker Peter Fuchs geführt hat. Tatsächlich ist es das Protokoll eines verdeckten Duells, in dem es einerseits um die Brisanz einer umstrittenen Theorie geht, die sich inmitten der Dschungel der Modernität angeschickt hat, nicht nur die Evidenz überkommener Weltbilder zu sabotieren, sondern zugleich in ihren Abstraktionen andere, oft kontraintuitive, immer aber brillante Möglichkeiten anbietet, die (gesellschaftliche) Welt zu beobachten. Andererseits geht es Heidingsfelder um den Versuch, etwas über die Person eines der Betreiber der Theorie (eben: Peter Fuchs) auszumachen, der sich dann unentwegt und mit Hilfe raffinierter Manöver dieser Zumutung entzieht, eine Art Katz-und-Maus-Spiel, könnte man sagen, bei dem niemals klar ist, wer die Katze, wer die Maus ist – ein Spiel, das diesen Gesprächen eine eigentümlich spannende Dynamik verleiht. Sie laufen in den Schienen einer (nur scheinbar aggressionslosen) Dramaturgie, die es an jeder Stelle unentschieden läßt, ob es um die Sache oder um die Person geht. So entsteht ein Springen von Ort zu Ort, von Topos zu Topos, in dem Goethes Iphigenie, Fußballstrategien und Depressionen so gut eine Rolle spielen wie die scharfen Abstraktionen der Theorie selbst, orchestriert durch die Konversationstugend des Humors, die verhindert, daß die aufgezogenen Gegensätze zu ›splittern‹ beginnen. Dabei werden Gäste einbezogen wie Dirk Baecker, Maren Lehmann, Cristoph Biermann und Olaf Maaß, die auf ihre Weise dazu beitragen, die alteuropäische (gediegene) Form der langen ›Unterhaltung‹ in einem genauen Sinne modern und unterhaltend zu machen. |
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Rudolf Stichweh: Inklusion und Exklusion.
Studien zur Gesellschaftstheorie. 2005, 226 S., kart., 23,80 €, ISBN:
3-89942-390-9 (www.transcript-verlag.de) Das Buch untersucht die Einbeziehung von Personen in die globalisierten Funktionssysteme der modernen Gesellschaft. Es geht erstens um jene "Leistungsrollen", in denen jemand Tätigkeiten und Verpflichtungen übernimmt, die für einen gesellschaftlichen Handlungsbereich konstitutiv sind. Zweitens werden die vielfältigen "Publikumsrollen" analysiert, die alternativ zur Verfügung stehen, wenn der Schwerpunkt der Tätigkeit einer Person anderswo liegt. Auch mittels dieser Publikumsrollen kann die Person in das Geschehen der Systeme eingreifen. Drittens wird "Exklusion" analysiert, d.h. die Möglichkeit der Nichtberücksichtigung und des Ausschlusses von Personen aus sozialen Systemen. Eine soziologisch entscheidende Frage ist, ob in der Moderne Exklusion immer einen Wiedereinschluß an einem anderen sozialen Ort nach sich zieht. Diese drei Stränge verknüpft das Buch mit Überlegungen zu Migration, zur Theorie der Weltgesellschaft und zu den Formen der Ungleichheit in der Gegenwartsgesellschaft. |
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Sina Farzin: Inklusion/Exklusion.
Entwicklungen und Probleme einer systemtheoretischen Unterscheidung.
Januar 2006, 124 S., kart., 13,80 €, ISBN: 3-89942-361-5 (www.transcript-verlag.de) Ist in der soziologischen Systemtheorie von Inklusion und Exklusion die Rede, wird ein kontroverser Theoriebereich berührt. Besonders umstritten ist der Begriff der Exklusion als Kern einer Systemtheorie sozialer Ungleichheit. Häufig übersehen wird dabei der theorieinterne Rahmen der Unterscheidung, ohne dessen Kenntnis die Widersprüche einer Systemtheorie sozialer Exklusion nicht gelöst werden können. Die Studie von Sina Farzin rekonstruiert systematisch die Ausarbeitung der Differenz Inklusion/Exklusion im Werk Niklas Luhmanns. Dabei treten deutlich die Begriffsverschiebungen hervor, die zur Problematisierung der Unterscheidung in der jüngeren Forschung geführt haben. |
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Sylvia Taraba: Das Spiel, das nur zu zweit
geht. Die Seltsame Schleife von Sex und Logik. Band 1: Logik, Eine
Logologik der "Gesetze der Form" von George Spencer Brown, Mit einem Vorwort
von Dirk Baecker, 323 Seiten, Kt, 2005, € 26.95 / sFr 46.00, ISBN
978-3-89670-353-8 Die Autorin forscht in diesem Band über die konstruktiven, logischen und mathematischen Hintergründe des Mann-Frau-Spiels und die tiefgründige Beziehung seiner Protagonisten, fragt nach dem Logos von Liebe und Leidenschaft, nach der Logik, die eine Welt erschafft und diese Welt im Innersten zusammenhält und folgt dabei der Vermutung, dass sich dieser Logos aus der klassischen Logik re-konstruieren lässt. Es geht darum, Einsicht im wahrsten Sinne des Wortes zu gewinnen. Daraus ergibt sich eine Strukturtheorie des Paradoxen, wie sie bisher nicht geleistet wurde. Die bisher ausstehende Recherche der imaginären Zahl i, die in der Schalttechnik und in der Quantenphysik eine maßgebende Rolle spielt, und ihres innersten Zusammenhanges mit den Prinzipien des Lebens, die Zusammenführung und Einarbeitung der Hegelschen und Spencer Brownschen Logik, sowie die Einflechtung der Güntherschen Kenogrammatik, der Peirceschen Semiosis auf der Basis der Spencer Brownschen Gesetze der Form, sind die Grundlagen, um die Logo-Logik der Selbstreferenz auszuformulieren und notwendige Zusammenhänge interdisziplinär zu beleuchten. Wer also mehr über Paradoxie und Antinomie, über das Kreuz und das i, die Gesetze der Form und Mann und Frau, sowie über Kybernetik und Quantengeschwindigkeit erfahren will, sollte unbedingt dieses Buch über den Weg eines spannenden Forschungserlebnisses zur Hand nehmen und sich auf das Abenteuer der darin formulierten Gedanken einlassen. |
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Letzte Änderung auf der Bücherseite: 20.12.06 |
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